Impulsivität

Ich habe heute einer sehr lieben Bloggerin auf ihr Kommentar geantwortet und in diesem Zusammenhang fiel das Wort Impulsivität.

Wenn es ein Wort gibt, welches mein Wesen gut beschreibt, dann das.

Impulsivität wird definiert als „spontanes, plötzliches Auftreten von Handlungen, ohne zu überlegen und/oder die Folgen zu bedenken“…“

Ich ‚trage‘ mein Herz auf der Zunge. Meine schnelle Reaktionen auf Situationen und Handlungen waren mir in meiner Vergangenheit nicht immer sehr dienlich. Aber mit der Zeit habe ich gelernt, sehr gut damit umzugehen. Ich „beiße“ mir auf die Zunge, bevor ich reagiere ;-) nicht so heftig, das würde ja dolle wehtun – eher sinnbildlich gedacht. Ich habe auch gelernt mich zu entschuldigen, wenn meine Reaktion einfach zu überzogen ist und ich habe auch gelernt die Verantwortung für die Folgen zu tragen.

Ich kann dieser Eigenschaft aber was wahrhaft positives abgewinnen; sie ist echt, unverfäschlt. Ich rede nicht um den heißen Brei herum, um auf den Punkt zu kommen. Kein ja, wenn es klar ein nein ist. Kein orakeln und deuten. Es ist eine Geradlinigkeit, die ich an Menschen sehr schätze. Lieber gehe ich eine Konfrontation ein, als ein „Drumherum-Gerede“. Ich weiß auch, dass sich viele Menschen damit sehr schwer tun. Das Problem dabei ist, dass dieses große Verlangen nach Harmonie, deinen inneren Standpunkt schwächt. Noch weittragender wird es, wenn du damit deiner eigenen Meinung nicht mehr gerecht wirst.

Die Kunst ist eine Balance zu finden, Konflikte und Konfrontationen zu meistern, ohne sich schlecht dabei zu fühlen. Es ist kontraproduktiv sich nach problematischen Situationen mit den „Warum-Fragen“ zu quälen. Warum habe ich jenes und dieses nicht gesagt, warum habe ich nachgegeben…warum, warum…hätte ich doch nur mal und so weiter.

Gib also jeder konfliktgeladenen Situation den Raum, dein Inneres nach außen zu tragen und tue es bestmöglich mit Bedacht.

Ich bin auch ein harmoniebedürftiger Mensch – aber nicht um jeden Preis. Mit diesem wunderschönen Blumenstrauß wünsche ich euch einen sonnigen Tag!

13 Gedanken zu “Impulsivität

  1. „Ich bin auch ein harmoniebedürftiger Mensch – aber nicht um jeden Preis.“ Da kann ich nur nicken und sagen, genau so bin ich auch. Auch sage ich lieber etwas, was die Menschen nicht hören wollen, wenn auch mit äußerster Diplomatie, anstatt es der Harmonie wegen zu verschweigen, wenn es wirklich wichtig ist, es anzusprechen. Auch das kommt nicht immer gut an, aber was sollst. :-)

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  2. Lieber sanfte Lügen und Verschweigen statt Wahrheit und Klarheit, dazu am besten Fahrstuhlmusik? Will ich für mich selbst auch nicht. Und es gibt ja gottlob vielfältige Möglichkeiten des sprachlichen Ausdrucks. So manche Lehrerkonferenz habe ich gesprengt mit meinen spontanen Wortmeldungen, so manchen Kollegen auf die Füße getreten mit kritischen Fragen, Ungerechtigkeiten benannt usw. Lange war ich überzeugt, ziemlich zu nerven, wenn mir etwas wichtig ist. Was sicher oft auch stimmte. Doch bei einer Verabschiedung wurde genau dies positiv hervorgehoben und nicht impulsiv genannt, sondern als leidenschaftlicher Einsatz gelobt, eine Eigenschaft, die man vermissen werde.

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  3. Liebe Tete,

    zwar kenne ich dich nicht live und kann daher überhaupt nicht beurteilen, wie sich dein impulsives Wesen im direkten Kontakt darstellt und anfühlt. Aber grundsätzlich dachte ich mir heute bei deinem Kommentar 😉 dass ich es erfrischend finde, wenn jemand so ist, wie du dich beschreibst.
    Und das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich in der persönlichen Entwicklung vom anderen Ende des Zahlenstrahls her komme, wenn man so will. Ich hab geduckmäusert, nur nicht auffallen, immer lieb sein 🙄
    Und ich bin schon lange auf dem Weg, da raus zu wachsen, immer mehr. Menschen wie du helfen mir dabei. Sofern sie ehrlich bleiben, ohne einem taktlos alles ins Gesicht werfen zu müssen. Ich schätze Offenheit, gepaart mit Herzlichkeit, es ist etwas wunderbares, weil ich genau weiß woran ich bin, nicht um den Brei reden muss; vielleicht auch weil mich diese Art herausfordert, selbst mehr davon zu leben. Mein Widder-Aszendent ermöglicht es je länger je mehr.

    Was mir in dem Zusammenhang einfällt ist mein Werdegang im momentanen Job in einem kleinen Familienbetrieb, den ich 2013 begonnen habe und der in dieser Art Ende 2021 enden wird (Chef-Ehepaar geht in Rente, das Geschäft wird voraussichtlich verkauft, u.U. werde ich übernommen).
    Ich wurde dort anfangs so sehr herausgefordert, klarer zu werden und deutlicher zu sprechen, mich abzugrenzen etc., dass ich erst mal am liebsten auf und davon gelaufen wäre. Aber ich brauchte den Job und biss mich durch. Übte das, was mir am schwersten fiel: Offen zu sagen, was für mich nicht stimmt, auch wenn ich anfangs meistens eine Nacht drüber schlief, bevor ich es ansprach. Es brauchte viel Mut, aber ich spürte damals: Wenn ich nicht sage was für mich nicht stimmt, muss ich kündigen. Wenn ich nicht direkt meine Grenzen ziehe, werde ich es ewig bereuen und mir selbst nicht mehr ins Gesicht sehen können. Wenn ich nicht rausrücke mit dem was mich beschäftigt, wird es mich früher oder später zerreißen.
    Ich wurde in diesem Job bis heute immer wieder in Situationen geführt, wo ich mich derartig ärgerte, dass ich unbedingt raus musste damit, vehement. Auch wenn ich andere nicht ändern kann, so hätten sich gewisse Dinge so eingeschliffen, dass es ich krank gemacht hätte.
    Inzwischen stehe ich an einem Punkt, wo ich unterscheiden kann, wo es nach viel Herausplatzen, mich lautstark Beschweren und Missstände ansprechen nun tatsächlich klüger ist mir sinnbildlich auf die Zunge zu beißen (nichts zu sagen, mich abzulenken und rauszuhalten), weil
    – erstens ein Ende absehbar ist
    – zweitens gewisse zwischenmenschliche Konflikte, die mich nicht betreffen, zwischen die Menschen gehören, wo sie sich abspielen und auch von diesen zu lösen sind (oder eben nicht, aber das ist nicht meine Sache) und
    – drittens gewisse Betriebsleiter-Entscheidungen auch von mir so hinzunehmen sind, wie sie getroffen werden, wenn sie mich nicht direkt persönlich negativ betreffen und ich nicht Verantwortung dafür tragen muss.

    D.h. ich checke gerade, bei allem Beschweren über ärgerliche Vorkommnisse in diesem Job, dass er wunderbar für mich war, um mich genau in dem Punkt zu entwickeln, wo es nötig war.

    Und nun sehe ich mir dabei zu, wie ich z.B. letztens das Heilkreis-Treffen per Zoom leitete und, obwohl ich mich noch nicht souverän dabei fühle, so doch klar bemerkte, wo etwas vor sich geht, dem ich direkt Einhalt gebieten muss, weil es nicht richtig wäre. Mit klaren respektvollen Worten, die die betreffende Person, die dazu neigt über die Grenzen anderer zu gehen, fast sprachlos machte und sie etwas kleinlaut eingestand, dass sie sowas normalerweise nicht macht. Warum sie es hier trotzdem versucht hat…? Nun, vielleicht um mich dahin zu bringen, eine bestimmte Qualität weiter zu entwickeln ;)

    Bleib wie du bist, es ist gesund und erfrischend 😘

    Herzliche Grüße
    Marion

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    • Liebe Marion, ich danke dir für deinen Kommentar. Vielen Dank dafür!
      Jeder von uns entwickelt sich auf die Eine oder andere Art. Ich bin sozusagen dein „Gegenpol“. Genau das macht uns doch aus…wir sind nicht perfekt auf diese Welt gekommen (das wäre zu einfach) – wir sind Wesen, die“ innere Kämpfe“ durchleben, um die eigene Mitte zu finden, um ganz anzukommen. Ich habe gelernt mit meinem inneren Feuer umzugehen, nicht alles und jeden damit zu „verbrennen“, ruhiger zu werden, konzentrierter, besonnener. Wahrscheinlich Eigenschaft, die dein Wesen sehr prägen.
      Ich denke, das Allerwichtigste ist, seine Sonnen- und Schattenseiten zu akzeptieren und daran zu wachsen.
      Unser Leben gibt uns viele Gelegenheiten an menschlicher Qualität dazuzugewinnen, so sehe ich das…das Beste aus sich herauszuholen.

      Ich sende dir eine virtuelle Umarmung – herzliche Grüße Tete

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      • Liebe Tete,

        in jedem einzelnen Punkt kann ich dir nur zustimmen. Und ja, kann gut sein, dass wir quasi Gegenpole zueinander sind.

        Ruhig und besonnen wurde ich tatsächlich häufig von meinem Umfeld wahrgenommen und das kam meistens ganz gut an. Was aber nicht heißt, dass es nicht manchmal in mir gewaltig brodelte oder dass ich immer sehr konzentriert gewesen wäre. Ich hatte sogar oft Mühe, ob meiner innerlich kämpfenden Emotionen auch wieder einen klaren Kopf zu bekommen. D.h. ich wurde – vor allem mit den mir am nächsten Lebenden – manchmal auch „verschüpft“ wahrgenommen (ein Schweizer Ausdruck, mir will der Deutsche dazu grad nicht einfallen), also sowas wie fahrig, wuschig im Kopf, nicht bei der Sache, mental daneben.

        Aber je mehr ich mit den inneren Konflikten aufräumen darf, umso klarer im Kopf bin ich auch und das fühlt sich sehr gut an. Ich denke, dass du damit weniger Probleme hast, weil du den Rest tendenziell impulsiv raus haust und dann ist wieder Ruhe im Karton – oder so 😉

        Dir auch eine herzliche Umarmung 💞
        Marion

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      • Das Allerwichtigste ist einen Ventil zu finden seine Emotionen zu leben. Nichts zurückhalten…natürlich nicht immer alles, ohne Rücksicht, raushauen aber es rauslassen, ist nun mal wichtig! Jeder wie er kann, in seinem Tempo…

        Sonnige Grüße Tete, sie scheint gerade herrlich in mein Büro :-)

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      • Ja stimmt, die Emotionen müssen auf jeden Fall in Bewegung sein dürfen.

        Die Sonne war heute wieder wunderbar, bei uns sie gerade hinter dem Hauseck verschwunden, aber bis grade vorher saß ich auch in der herrlichen Sonne!

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  4. Liebe Tete ich bin da auch so . Da brodelt etwas und irgendwann muss es raus . Das kommt nicht immer gut an . Was jedoch viel wichtiger ist , es befreit und hinterher fühlt man sich wohler. Harmonie um jeden Preis ist anstrengend. Bleib wie du bist 👍😊
    Liebe Grüße Mona

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