Hochsensibel

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(pixabay)

Hochsensibilität: (deutsche Terminologie uneinheitlich; auch: Hochsensitivität, zuweilen auch missverständlich: Hypersensibilität oder Überempfindlichkeit) bezeichnet ein psychologisches und neurophysiologisches Phänomen.

Betroffene nehmen Sinnesreize viel eingehender wahr, verarbeiten diese tiefer und reagieren auch dementsprechend stärker darauf als der Bevölkerungsdurchschnitt. Bisher gibt es jedoch keine eindeutige und allgemein anerkannte neurowissenschaftliche Definition des Phänomens Hochsensibilität, da die wissenschaftliche Forschung dazu (High-Sensitivity-Forschung) noch ganz am Anfang steht. (Auszug aus wikipedia)

Ich bin so ein Sensibelchen. Besonders als Kind habe ich alles aufgesaut wie ein Schwamm. Auch heute noch erspüre ich sofort die Grundstimmung, wenn ich einen Raum betrete. Wenn ich mit Menschen ins Gespräche komme scannt mein Hirn alles sofort ab, jedes Muttermal wird von mir wahrgenommen. Gleichzeitig erspüre ich die nonverbale Signale meines Gegenübers – Gestik, Mimik, Stimme.

Ich fühle mich dann wie Sherlock Holmes, der über seine Sinneskanäle selbst  kleine Veränderungen wahrnimmt. Mein Gehirn zieht dann sehr schnell Rückschlüsse über den Gemütszustand anderer. Früher hat mich meine Hochsensibilät sehr belastet. Heute weiß ich besser damit umzugehen. Ich gönne mir sehr viele Ruhepausen und ich verlasse auch sehr schnell Situationen, die mir überhaupt nicht gut tun. Hochsensibel zu sein bedeutet einfach, dass man alles sehr intensiv spürt und wahrnimmt. Jedes Gefühl, ob traurig oder niedergeschlagen oder auch glücklich und zufrieden, wird sehr stark erspürt und ausgelebt.

Ich habe gelernt, dass diese Sensitivität mich nicht nur schwächt (vorallem körperlich) sondern auch sehr stark macht. Ich kann Situation und Menschen viel besser einschätzen und mich dadurch auch besser schützen.

Heute weiß ich mich abzugrenzen, nicht jedes Problem aufzusaugen und eine Lösung zu finden. Ich weiß, was ich nicht will und so lebe ich mein Leben.

 

 

 

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15 Gedanken zu “Hochsensibel

  1. Die Vorteile davon für sich erkennen und annehmen, damit ist viel gewonnen.
    Weiter Wachsen im rechtzeitigen und ausreichenden Abgrenzen, da bin ich dran wie du und mit der Zeit wird es immer besser. Das Etikett „hochsensibel“ sich aber auch nicht einfach selbst zu fest überstülpen, sondern hinterfragen und offen lassen, was es genau ist, gehört für mich zur Selbstliebe. Es ist nicht wichtig wie irgendwer das nennen würde, was ich bin und wie ich auf mein Leben und mein Umfeld reagiere. Die Hauptsache ist doch, lernen mit sich umzugehen, so wie man „gestrickt“ ist. Sich selbst lieb sein, wo es geht. Respektieren und achten, dass man Rückzugsphasen braucht um Energie zu tanken und wieder rausgehen zu können.

    Eine gute erholsame Nacht für dich 💜

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    • Guten Morgen Marion, da stimme ich dir zu d. h. aber auch sich mit inneren Konflikten auseinander zu setzen und zu wissen, dass wir nicht unfehlbar sind. Ich denke solange wir bewusst u. ehrlich mit unserem Inneren umgehen, bleiben wir uns treu. LG Tete

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      • Guten Morgen liebe Tete,
        sich mit inneren Konflikten auseinandersetzen gehört auf jeden Fall dazu. Und sich zuzugestehen „Fehler“ zu machen. Wenn es zu viel wird, Notbremse ziehen. Und die Notbremse ziehe ich inzwischen viel eher als in früheren Jahren. Das ist der Vorteil sich selbst mit der Zeit besser zu kennen und mir zugestehen zu können, dass ich schneller oder häufiger ein Aus brauche als andere. Aber mit wem wollte man sich auch vergleichen. Jeder ist anders. Und ich muss wissen wie ich funktioniere und was ich brauche, damit es mir langfristig gut geht.
        Liebe Grüße 💜

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  2. Liebe Tete,
    bei diesem Thema kann ich selbsterfahren mitreden. :-)
    Sobald man Hochsensibilität nicht als Schwäche betrachtet, sondern als Kompetenz, ist man schon auf einem guten Wege. Wenn man seinen Verhaltensmustern und Bedürfnissen mit Selbstachtung begegnet, kann daraus ein besseres Selbstverständnis erwachsen. Ein selbstverständliches Selbstwertgefühl erleichtert und harmonisiert auch den kooperativen oder – gegebenenfalls abgrenzenden – Umgang mit Normalsensiblen.

    Ich kann Dir ein sehr gutes Buch zum Thema Hochsensibilität empfehlen, geschrieben von Eliane Reichhardt, die selbst hochsensibel, hochbegabt und synästhetisch ist und auch als Beraterin für Hochsensible und Hochbegabte tätig ist.
    Wenn es Dich interessiert, hier ist meine Buchbesprechung:
    https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/06/20/hochsensibel/

    Eliane Reichardt macht den Leser auf feinfühlige und konzentrierte Weise mit dem Phänomen Hochsensibilität vertraut. Das Buch dient dem Normalsensiblen als Einblick in die Wahrnehmungs-perspektive, geistige Verarbeitungsform und psychischen Verhaltensweisen des Hochsensiblen. Für den hochsensiblen Menschen bietet es eine erfreulich bestätigende Schatzkarte seiner besonderen Wesensart.

    Empfindsame Grüße
    Ulrike von Leselebenszeichen

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    • Guten Morgen Ulrike, vielen lieben Dank für deinen Lesetipp. Ich werde mir das Buch auf jeden Fall anschauen. Diese Sensibilität ist mir schon als Kind aufgefallen. Ich muss dazu aber sagen, dass ich nicht introvertiert bin eher extrovertiert aber ich glaube das hat nicht immer etwas zu bedeuten.
      Wünsche dir einen guten Tag… LG Tete

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      • Guten Abend, liebe Tete,
        verbindlichen Dank für Deine positive Resonanz auf meine Buchempfehlung.
        In Hinsicht auf individuelle Ausprägungen, Eigenheiten und mehr oder weniger extro- oder introvertierte Wesensäußerungen unterscheiden sich Hochsensible voneinander.
        Allen gemeinsam ist gleichwohl die – sowohl körperlich-sinnliche wie kognitive und zwischenmenschliche – differenzierte, feine und tiefe Wahrnehmungsfähigkeit, eine starke Intuition, komplexes Denkenvermögen und ausgeprägte Empathie.
        Wenn Du Dir den sehr langen Kommentarverlauf (über 120 Rückmeldungen), den diese Rezension ausgelöst hat, durchliest, wirst Du dort u.a. auch unterschiedliche Arten von hochsensiblen Menschen kennenlernen.

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      • Danke Ulrike für deine ausführliche Antwort. Vieles von dem was du aufzählst passt zu meinem Inneren… das Buch habe ich mir heute bestellt und bin schon sehr gespannt darauf. Dir noch einen schönen Abend Tete

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