Personalchef

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Vor einigen Jahren bekam ich einen Brief Nachause, mit einem Terminangebot, bei meinem Personalchef.

Mein erster Gedanke war, oh je, was habe ich mir zu schulden kommen lassen oder bin ich nicht mehr gut genug für meinen Job ? Oder oder….1000 Gedanken schießen da einem durch den Kopf. Ich bestätigte den Termin und ein paar Tage musste ich in meinem „Heimkino“ verbringen.

Dann war es endlich soweit. Ich ging rein, er begrüßte mich herzlich und eine Tasse Kaffee stand auch schon bereit.  Dann fing er das Gespräch ganz ruhig und vorsichtig an. Als erstes sagte er mir, dass dieses Gespräch nichts mit meiner geleisteten Arbeit zu tun hätte, nein ganz im Gegenteil. Ihm wäre aufgefallen, dass ich sehr oft in diesem Jahr (also vor einigen Jahren) krank war (über 6 Wochen) und da ich ja schon sehr viele Jahre in dem Unternehmen arbeite wollte er sich erkundigen, ob meine „Krankheitstage“ irgendetwas mit meinem Arbeitsfeld zu tun hätten. Ich war zunächst einmal sehr erleichert. Also mein Personalchef geht seiner Fürsorgepflicht nach und fragt, ob in meinem Arbeits- feld/klima noch alles für mich in Ordnung sei. Ich fand das so rührend. Ich hätte vor Freude in die Luft springen können.

Meine Antwort war (und das weiß ich heute noch): „Nein, ich hatte eine schwierige Zeit aber das ist jetzt vorbei und ich liebe meinen Job.“

Ich merkte, wie ein breites Lächelen sein Gesicht überzog. Er war erleichtert und ich war einfach nur happy, so einen tollen Personalchef zu haben. In meinem Kopfkino bin ich, ein paar Tage zuvor,  in die völlig flasche Vorstellung gelandet. Das habe ich mir zu Herzen genommen. Also wenn jetzt ein Brief in meinem Briefkasten ist, der mich im ersten Moment völlig aus der Bahn wirft, dann erinnere ich mich daran und weiß, das wird schon alles gut – egal was kommt.

 

„Manche Menschen träumen vom Erfolg, während andere jeden Morgen aufstehen und ihn sich verdienen.“ (Wayne Huizenga)
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17 Gedanken zu “Personalchef

  1. Es ist ja auch verständlich, dass man da einige Filme vorher durchspielt.
    Und es ist eben auch nicht selbstverständlich, dass die Personaler so reagieren.
    Ich hab das auch schon anders erlebt, zwar nicht persönlich, aber in meinem näheren Umfeld.

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    • Ich war sowieso in der Zeit ja nicht so gut drauf deshalb verunsichert und mir kamen Zweifel…und ich war natürlich nach dem Gespräch total erleichtert. Ich glaube unsere psychische Verfassung spielt dabei eine große Rolle. Heute kann mich so schnell nichts mehr „umhauen“….

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  2. Guten Morgen Tete,
    jeder erhält so seine Lektionen und Aufgaben – und an eben dieser nahezu ähnlichen hatte ich auch zu knabbern.
    Der Verstand bastelt halt, einer Wahrsagerin gleich in die Kugel schauend, die seltsamsten Szenarien, jedoch ohne es besser zu wissen(;-)…
    bis der Verstand dem Verstand sagt, daß…das wirklich überflüßig ist. Doch wie oft merken wir, daß der Verstand dem Verstand nicht traut!

    Auf das dieser eine Anteil von Verstand nicht wieder die Überhand gewinnt und auch andere Teile unseres Sein, oder aber der „Rest-Verstand“ uns die Ruhe geben, welche das Leben dann kraftvoller gestalten.

    Alles Liebe,
    Raffa.

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    • Lieber Raffa, der Verstand bekommt die Oberhand, wenn wir in einer schlechten Verfassung sind. Dann verlieren wir an Vertrauen…wenn das Vertrauen wieder voll und ganz da ist, dann können wir den Dingen gelassener begegnen. Ganz egal was da kommt…Vertrauen, dass alles gut wird, ist die Königsdisziplin. Manchmal gelingt uns dann nicht. Danke für deine Zeilen Tete

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