esto perfectus

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(pixabay)

Gibt es Vollkommenheit überhaupt? Das einzige was für mich vollkommen ist – ist die Kunst. Und auch diese Schönheit obliegt dem Auge des Betrachters. Was für mich vollkommen erscheint, ist für jemand anderen „halbherziges“ Vermögen.

 

„Die Schönheit der Dinge lebt in der Seele dessen, der sie betrachtet“. (David Hume)

 

Vollkommenheit hat für mich auch eher etwas mit Erschaffen zu tun. Das vollendete Werk eines Menschen ist vollkommen. Aber auch die erbrachten Handlungen bis zu diesem Resultat sind in sich vollkommen. Die Summe aller Einzelteile erschafft das Ganze.

Aber alles andere im Leben erscheint mir eher unvollkommen. Sei es in Beziehungen oder in der Arbeitswelt und überhaupt im Zwischenmenschlichen.

Wir streben nach Vollkommenheit und scheitern daran. Aus einem ganz einfachen Grund – wir entscheiden nicht alleine. Deine Wünsche, meine Wünsche, deine Vorstellungen, meine Vorstellungen usw. Oder wir entscheiden uns wie ein Eremit zu leben.

 

„Vollkommenes Leben“ ist ein Widerspruch in sich.“
(Swami Vivekânanda)

 

Nur in meinem ganz privaten Bereich – in meinem Inneren, in meiner Idee oder in meiner Vorstellung von Vollkommenheit, da kann ich diese Schaffenskraft erreichen.
Auf meine Art.

 

„Leben heißt sich wandeln und vollkommen sein heißt, sich oft gewandelt zu haben.“
(John Henry Newman)

 

Und das hört nie auf. Alles andere wäre doch langweilig und eintönig. Oder? Und diese Wandlung geschieht meistens dann, wenn das Leben dich herausfordert.

Mein persönliches Gemälde soll aus vielen bunten Farben und auch aus Schattierungen bestehen und aus kleinen Beschädigungen und Bruchstellen. Eben überhaupt nicht perfekt aber gelebt.

Am Ende muss ICH drauf schauen können und es als vollkommen betrachten.

Das ist für mich wahres Glück! Mein Glück! Meine Vollkommenheit!

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37 Gedanken zu “esto perfectus

  1. Vollkommenheit. Jeder Moment ist vollkommen, da ich ihn nicht mehr besser machen kann. Was ich nicht verbessern kann, muss dementsprechend für mich vollkommen sein. Wobei ich gerne wüsste wer damit angefangen hat, nach Vollkommenheit zu streben. Ich erachte das als Vollkommen unnütz. Zeitverschwendung da entweder alles Vollkommen ist oder eben nichts. Das ist wie mit dem besserer Mensch sein. Niemand ist besser als Mensch. Da Mensch, Mensch ist. Da gibt es nichts mehr, das mehr als Mensch sein kann. Da es nur Mensch gibt.

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  2. Sich der Vollkommenheit hinzugeben heißt für mich zum Einen immer weiter zuwachsen und zum Anderen mich zu verlieren – und wenn ich mit jemandem zusammenwachse oder in meiner Verlorenheit gefunden werde, bekommt die Vollkommenheit noch weitere Ebenen und Dimensionen.
    Wenn ich nicht nach Vollkommenheit strebe und sehne, lande ich in Lethargie (auch eine Form von Ziellosigkeit) oder in der Beliebigkeit, der Anonymität und auch Austauschbarkeit.
    Wie gut, daß ich soviele Ecken und Kanten habe, an den ich feilen kann, ohne stromlinienförmig zu werden.

    Es lebe die Herausforderung der Schönheit ohne AffeKtiertheit.
    Danke für deine wertvollen und Vollkommenheit-fördernden Worte,
    Raffa.

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  3. Sehr interessante Fragestellung, liebe Tete.
    Im beruflichen, wo ich mich viel mit Prozessen und Optimierung dieser beschäftige, gibt es nur Vollkommenheit für den Moment oder gewisse Zeit, bis etwas wieder verbessert werden kann.
    Privat, deute ich Vollkommenheit anders aus. Natürlich strebe ich auch da das Optimum an, aber das Optimum hier kann auch „nur“ vollkommend ausreichend und nicht ganz und gar vollkommen sein. :-)
    Liebe Grüße
    Serap

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  4. „Am Ende muss ICH drauf schauen können und es als vollkommen betrachten.“
    Am Ende meines Lebens möchte ich zurückschauen und sagen können: Ich würde alles wieder so machen. Ich habe in jedem Moment das für mich Bestmögliche gemacht, aus dem jeweiligen Blickwinkel, Wissens- und Entwicklungsstand heraus. Und dann möchte ich mit einem großen inneren Frieden abtreten.

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