„Finder statt Tinder“

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Ich habe mir vor nicht ganz zu langer Zeit eine sehr interessante Doku über die Flirtapp „Tinder“ angeschaut. Also ich finde der Name „Finder“ würde besser passen – aber das mal nur so am Rande.

Eine junge Frau, mittleren Alters, hat die Nase voll vom alleine sein und macht sich auf die Suche nach dem passenden Partner. Und sie probiert es über Tinder. Für mich hat das Wort Match oder Matches seit dieser Doku, eine ganz andere Bedeutung gewonnen.

Bei der Tindersuche bestimmen ja die Übereinstimmungen (die Matches eben) über ein mögliches Treffen. Vorallem die eingestellten Bilder bewirken bei jedem einzelnen Nutzer, ob der Daumen nach oben oder nach unten zeigt.
Das Kolosseum im alten Rom lässt an dieser Stelle grüßen. Obwohl hier noch nicht wirklich geklärt ist, welches Zeichen welche Bedeutung hatte. Die Quellen sind nicht völlig sicher und eindeutig. Aber heute wissen wir sehr wohl, wie zu unseren Gunsten die Daumenstellung aussehen sollte.

Boah ist das alles soo grausam!

Wie viele Paare haben sich schon auf diesem Planeten ohne große gemeinsame Trefferquote gefunden!? Warum entscheiden Interessen oder Neigungen über eine Chemie, die man oft in Worte nicht erklären kann. Das ist mir alles zu plastisch.
Diese Treffen wirken so gekünstelt.
Natürlich kann die Möglichkeit bestehen einen „echten Treffer“ zu landen – aber diese Möglichkeit existiert im Supermarkt genau so hoch, wie in einem Club.

In diesem Chat sehe ich auch die Gefahr, dass du in ein Teufelskreis von Entscheidungen kommst. Bernd war zu nett, Robert macht zu wenig Sport und Tom ist toll – aber auf eine gewisse Art oberflächlich. Alle diesen Typen kommen irgendwie in Frage – aber nur in Frage. Ich warte noch auf den Jackpot. Und was, wenn der nicht kommt…!??

Dann suche ich weiter und weiter und verliere mich nach einer gewissen Zeit im Angebot dieser unendlichen virtuellen Reize.

Hallo ihr da draußen…geht einfach raus. Nimmt euch Zeit zum Ausgehen! Bei Tinder geht alles schneller!? Aber was geht schneller – das böse Erwachen!? Wieder ein Treffen, dass mich im Grunde genommen desillusioniert.

Im normalen Leben weißt du nicht, was dich erwartet – aber genau das macht es aus.
Du gehst aus, ohne eine Erwartungshaltung und schaust was passiert.
Du kennst dein Gegenüber nicht und wenn derjenige dein Interesse weckt, dann ist das ein ganz anderes Kennenlernen, als dir eine digitale Welt jemals bieten kann.

Das echte Leben!

 

„Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht.“(Christian Morgenstern)

 

 

 

 

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4 Gedanken zu “„Finder statt Tinder“

  1. im Sommer 2016, ist mir ein Mädchen paar Mal über den Weg (denke ich absichtlich) gelaufen,,,
    ich könnte sie leider nicht fangen und jedes Mal, wenn ich draußen bin, suche ich sie…

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